Die folgenden Angebote zur Trauerbegleitung sind speziell für verwaiste Eltern von Sternenkindern. Sie haben die Möglichkeit die Trauerbegleitung in Form einer begleiteten Trauergruppe, als Paarbegleitung und auch als Einzelbegleitung in Anspruch zu nehmen. Dabei kommt es ganz darauf an, was Sie gerade suchen und brauchen. Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, welche Form der Begleitung für Sie passt, helfe ich gerne in einem ersten Informationsgespräch weiter.

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Einzelbegleitung

In der Einzelbegleitung können wir uns ganz auf Ihre Bedürfnisse konzentrieren. Daher reicht häufig schon ein einziges Treffen um sich zu sortieren und zu erkennen wie es erst einmal weitergehen kann. Der Vorteil der Einzelbegleitung liegt darin, dass wir uns voll und ganz auf Sie konzentrieren können. Mehr zu meinem Ansatz finden Sie in der Rubrik Trauerbegleiterin.

Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Situation findet die Einzelbegleitung aktuell telefonisch, online oder als “walk and talk” statt.
Beim “walk and talk” begeben wir uns sprichwörtlich auf den Trauerweg. Wir gehen gemeinsam einen Weg in der freien Natur. Mit der Bewegung des Körpers kommt auch der Geist in Bewegung. Gedanken können fließen und die beruhigende Kraft der Natur unterstützt das Wohlbefinden.

Termine nur nach Vereinbarung.

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Paarbegleitung

Die Paarbegleitung ist besonders dann geeignet, wenn es thematisch mehr um Sie als Paar und weniger um die Trauer selbst geht. Zum Beispiel wenn es durch die unterschiedlichen Trauerwege zu Konflikten oder Unsicherheiten in der Beziehung kommt. Dabei bringt es nichts, wenn Sie die Paarbegleitung Ihrer Partnerin/Ihrem Partner aufzwingen, Sie sollten beide aus eigener Motivation kommen wollen. Auch hier reicht häufig schon ein einziges Treffen um sich zu sortieren und zu erkennen wie es erst einmal weitergehen kann. Mehr zu meinem Ansatz finden Sie in der Rubrik Trauerbegleiterin.

Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Situation findet die Paarbegleitung aktuell ausschließlich online statt.

Termine nur nach Vereinbarung.

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Gesprächsgruppen

Manchmal tut es gut zu spüren, dass es anderen ähnlich geht und zu fühlen, dass Sie nicht alleine sind. Auch wenn sich einzelne Trauerfälle nicht direkt vergleichen lassen, teilen verwaiste Eltern doch ein gemeinsames Schicksal. In den Gruppen erfahren Sie eine Gemeinschaft und werden verstanden. Hier müssen Sie sich nicht erklären. Sie können von anderen Paaren und Elternteilen lernen, wie diese mit ihrem Verlust umgehen. Bei allen Gesprächsgruppen handelt es sich um begleitete Trauergruppen, die durch mich als psychologische Beraterin und Trauerbegleiterin betreut werden.

Termine wie untenstehend angegeben.

Gruppenangebote

Jeden 2. Mittwoch im Monat von 19:30-21:30 Uhr in Stuttgart Mitte. (Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Situation aktuell online an jedem 4. Do im Monat)

Jeden 4. (Neu!) Donnerstag im Monat von 19-21 Uhr in Ludwigsburg Mitte. (Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Situation aktuell online)

Es wird über das gesprochen, was Sie aktuell bewegt. Die Gruppen sind sowohl für frisch betroffene Mütter und Väter geeignet, als auch für Mütter und Väter, bei denen der Verlust schon länger zurückliegt. Es handelt sich um eine offene Gruppe. Das heißt, dass die Gruppe das komplette Kalenderjahr über stattfindet (außer an Feiertagen). Sie können frei wählen, wann Sie einsteigen und wie häufig Sie teilnehmen wollen. Es sind kleine Gruppen, so dass jeder zu Wort kommen kann.

Bitte melden Sie sich vor dem ersten Besuch an. Dann erfahren Sie auch den genauen Treffpunkt.

Sie haben sich Kinder gewünscht und eines oder mehrere verloren. Früher haben Sie sich vielleicht gefragt wann und wie viele, nicht jedoch ob sie überhaupt einmal mit Ihren Kindern zusammenleben werden. Diese Frage stand nie zur Diskussion. Nun stehen Sie an dem Punkt, an dem Sie aus welchen Gründen auch immer (medizinisch, Alter, Kraft, Partner(in)..) erkennen, dass Sie Ihr Leben ohne Kinder weiterführen werden.

In diesem Seminar lernen Sie, wie Sie Ihre verstorbenen Kinder in liebevoller Erinnerung bewahren und sich dennoch auf Ihr neues Leben freuen dürfen. Sie bekommen Zeit, Ihre Energiereserven wieder aufzufüllen, sich zu sortieren und sich über Ihre eigenen Stärken und Interessen bewusst zu werden. Sie sind Gestalter/in Ihres neuen Lebensentwurfes.

Ein Termin für dieses Ein-Tages-Seminar (8 Stunden inkl. Pausen) wird festgelegt, sobald die Mindestteilnehmerzahl von 4 Personen erreicht ist.
Bei Interesse freue ich mich auf Ihre Anfrage.

Kosten

Soziale Arbeit ist wichtige Arbeit. Die Beiträge für die Trauernden halte ich dennoch gering. In einem kostenfreien telefonischen Informationsgespräch erfahren Sie, wie die Begleitung abläuft und was sie kostet.

Gut zu wissen

Hier sind einige Informationen aufgelistet, die für Eltern von Sternenkindern hilfreich sein können. Insbesondere in der ersten Zeit nach Ihrem Verlust hoffe ich Ihnen hiermit eine erste Hilfe zu leisten. Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung oder Beratung bei den jeweiligen Stellen (Behörden, Versicherer…). Bitte lassen Sie mich wissen, falls Ihnen hier Informationen fehlen.

Begriffe

Totgeborene Babys oder während der Geburt gestorbene Babys unter 500g.

Lebendgeburt bis zur 37. SSW

Im Mutterleib oder während der Geburt verstorbenes Baby über 500g.

Im Krankenhaus

Die Initiative “Dein-Sternenkind” bietet professionelle und kostenfreie Erinnerungsfotos an. Die ehrenamtlichen Fotografen kommen ins Krankenhaus und machen sehr liebevolle Fotos von euren Sternenkinder. Bisher habe ich nur gutes von denen gehört. Weitere Informationen unter www.dein-sternenkind.eu

Meine ganz persönliche Meinung ist, dass es wichtig ist, den leblosen Körper des eigenen Kindes anzusehen, den Tod sprichwörtlich zu begreifen. Falls Sie den Anblick eines möglicherweise entstellten Kindes fürchten, bitten Sie darum, dass ihr Kind zunächst zugedeckt ist und vielleicht nur das Füßchen oder ein Händchen herausschaut. Lassen Sie sich Zeit und entscheiden Sie selbst, ob Sie mehr sehen wollen. Sie können sich Ihr Kind auch zu einem späteren Zeitpunkt nochmals im “Raum der Stille” ansehen.

Bis zur Bestattung wird Ihr Kind in der Pathologie des Krankenhauses aufbewahrt. Wenn Sie es nochmals sehen wollen, bringt es der Bestatter von der Pathologie in den “Raum der Stille”. Hier sind Sie ungestört und können sich so viel Zeit lassen, wie Sie brauchen. Sie können es so oft sehen, wie Sie es wollen. Sie dürfen auch andere Personen mitnehmen.

Eine Obtuktion ist nur dann Pflicht, wenn es einen Verdacht auf eine unnatürliche Todesursache gibt. In allen anderen Fällen dürfen Sie Ihr Kind zur Obtuktion freigeben lassen, müssen es aber nicht.
Wenn Sie Ihr Kind nicht zu Obduktion freigeben wollen, sollten Sie dies zeitnahe und deutlich sagen und sich selbst um die Bestattung kümmern. Denn es gibt zwar eine Pflicht, von den Eltern eine Einverständnis einzuholen, diese ist jedoch zeitlich beschränkt. Bei fehlgeborenen Kindern, die über ein Krankenhaus bestattet werden, müssen die Krankenhäuser keine Einverständniserklärung der Eltern einholen.

Beerdigung

Suchen Sie sich einen Bestatter, bei dem Sie sich wohl fühlen. Manche haben Erfahrung im Umgang mit verwaisten Eltern und andere nicht. Manche sind empathisch, andere nicht. Ihr Bestatter sollte Sie aufklären können, was er für Sie übernehmen muss (Leichentransport) und was er für Sie übernehmen kann bzw. Sie selbst tun können. Er sollte Ihnen auch verschiedene Arten von Kindersärgen zeigen können ohne Sie zum Kauf zu verpflichten.
Der erste Bestatter, den Sie kennenlernen werden, wird der an Ihrem Krankenhaus angeschlossene sein. Wenn Sie Ihr verstorbenes Kind nochmals sehen wollen, bringt er es von der Pathologie in den Raum der Stille. Wenn Ihnen dieser Bestatter zusagt, ist alles gut. Sie sind jedoch nicht verpflichtet bei ihm zu bleiben. Sie dürfen auch einen anderen beauftragen.
Trauen Sie sich, Preise zu vergleichen. Die Bestattung wird nicht schöner, weil Sie für die gleiche Leistung hunderte von Euro mehr gezahlt haben, sondern weil Sie eigene Ideen einbringen dürfen. Zum Beispiel weil Sie (wenn Sie das wollen) den leeren Sarg mit nach Hause nehmen dürfen, um ihn dort zu bemalen…

In BadenWürttemberg:

Lebendgeburten: Kinder, die bei der Geburt noch gelebt haben, sind bestattungspflichtig. Die Eltern müssen die Bestattung beauftragen und bezahlen*.

Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüche: In Baden-Württemberg haben Eltern ein Bestattungsrecht, sie können die Bestattung beauftragen, müssen es aber nicht. Es reicht, wenn sich ein Elternteil für die Bestattung entscheidet. Wenn sie die Bestattung beauftragen, müssen sie auch für die Kosten aufkommen*. Machen die Eltern keinen Gebrauch von ihrem Bestattungsrecht, hat die Klinik in der das Kind geboren wurde eine Bestattungspflicht (auf Kosten der Klinik). In Ludwigsburg und Stuttgart gibt es zwei mal pro Jahr (im April und im Oktober) eine Beisetzung dieser Kinder. Die Grabpflege wird von der Stadt Ludwigsburg bzw. Stuttgart übernommen.

Totgeburten: In Baden-Württemberg sind Todgeburten über 500g bestattungspflichtig. Die Eltern müssen die Bestattung beauftragen und bezahlen*.
*Natürlich können auch die Großeltern oder andere Personen die Bestattung zahlen, nicht jedoch das Krankenhaus.

-> Link zum Bestattungsgesetz

Wenn Sie sich selbst um die Bestattung kümmern, dürfen Sie sich den Friedhof und die Grabstätte auch selbst auswählen.

Suchen Sie sich einen Friedhof aus, auf dem Sie sich (im Rahmen des Möglichen) wohl fühen und überlegen Sie sich, was Ihnen sonst noch wichtig ist. Vielleicht eine gute Erreichbarkeit, vielleicht dass Ihr Kind auf dem gleichen Friedhof liegt wie die Oma oder eher auf einem Friedhof mit Kindergräbern…

Das Friedhofsamt wird Ihnen zeigen, welche Plätze für die Grabstätte möglich sind. Nehmen Sie sich Zeit für diese Entscheidung. Wenn Sie sich nicht gleich entscheiden können, vertagen Sie die Entscheidung und kommen Sie ohne Friedhofsamtsmitarbeiter nochmals auf den Friedhof. Vielleicht hilft es Ihnen bei der Auswahl, wenn Sie sich an die potentiellen Grabstättenplätze hinstellt. Was sehe ich von hier aus? Fühle ich mich durch umliegende größere Bepflanzungen geschützt oder eingeengt? Ist es (zu) weit bis zum Wasserspender? Gefallen mir die umliegenden Gräber? Möchte ich lieber, dass es einen größeren Abstand zu umliegenden Gräbern gibt? Könnte ich mir das Grab unter einem Baum vorstellen…

Machen Sie sich nicht verrückt mit Überlegungen welche Pflanzen wie lange halten, das bekommen Sie mit der Zeit schon raus. Für die Erstbepflanzung schauen Sie, wie groß das Grab ist. Vielleicht hilft es Ihnen einen Meterstab mitzunehmen und dann gehen Sie in die Gärtnerei und suchen sich Pflanzen aus, die Ihnen gefallen. So ein Kindergrab ist viel kleiner als ein Erwachsenengrab. Der Meterstab kann zur Orientierung helfen, legen Sie ihn auf den Boden und die ausgewählten Pflanzen daneben. Dann sehen Sie, ob die Pflanzen zu wuchtig oder genau richtig erscheinen. Vielleicht gefällt es Ihnen wenige einzelne Pflanzen zu nehmen, vielleicht gefällt es Ihnen besser das Grab ganz dicht zu bepflanzen. Hören Sie auf Ihr Gefühl.
Wenn Sie sich nicht in der Lage fühlen, das Grab selbst zu schmücken, können Sie sich an eine Friedhofsgärtnerei wenden.
Neben den Pflanzen können Sie auch anderen Schmuck verwenden. Sterne, Herzen, bemalte Steine, Engel, Windräder, eine Vogeltränke…

Behörden & Versicherung

Jedes Kind, das lebend geboren wurde erhält ein Schreiben des Bundeszentralamtes für Steuern und zwar auch dann, wenn es nur kurze Zeit lebte. Dieses Schreiben sorgt regelmäßig für Bestürzung bei den Eltern, denn es wird an den Namen Ihres Kindes adressiert sein. Dies ist leider noch ein automatisierter Prozess.

Wenn Ihr Kind gelebt hat, sei es auch nur für ein paar Tage, bekommen Sie für den/die Monat(e) in denen es gelebt hat Kindergeld. Dieses können Sie bei der Familienkasse beantragen.

Sollte Ihr Kind gelebt haben und ärztlich versorgt worden, werden Sie ein Schreiben des Krankenhauses erhalten. Dieses braucht eine Krankenkasse bei der es die entstandenen Kosten abrechnen kann. Daher müssen Sie leider zur Krankenkasse gehen und Ihr Kind dort anmelden. Es wird dort in einem Schritt an- und direkt wieder abgemeldet.

Bei einer Lebend-, Tod- und Frühgeburt haben Sie ein Recht auf Mutterschutz. In manchen Fällen können Sie frühzeitig aus dem Mutterschutz austreten und wieder arbeiten. Nehmen Sie zum Thema Mutterschutz und Mutterschaftsgeld bitte Kontakt mit Ihrer Krankenkasse auf.

Beim Standesamt werden lebend geborene Kinder angemeldet. Im Standesamt erhalten Sie auch die Sterbeurkunde.
Bei Totgeburten wird standardmäßig nur das Geschlecht in das Geburtsregister eingetragen. Auf Wunsch der Eltern wird auch der Name eingetragen.
Bei Fehlgeburten erhalten Sie keine Geburtsurkunde, können sich aber eine Bescheinigung ausstellen lassen, in der ebenfalls Name, Geschlecht, Geburtsort und -tag festgehalten sind. Diese Bescheinigung können Sie auch noch Jahre nach Ihrem Verlust erhalten. Sie brauchen hierzu Ihren damaligen Mutterpass oder wiederum eine Bescheinigung (von Ihrem Arzt oder der Hebamme) in der die Fehlgeburt dokumentiert ist.

Zu Hause

Das einzige Kind ist tot. Bin ich jetzt noch eine Mutter, ein Vater? Sind wir noch Eltern? Meine ganz persönliche Meinung: Ja, sicher nicht im praktizierendem Sinn und doch in jedem Fall im Herzen.

Gelegentlich gibt es Rückbildungskurse speziell für verwaiste Mütter. Falls Sie keinen finden, können Sie auch einen Physiotherapeuten um Einzeltermine bitten.

Eine Frage die zur Smaltalk-Grundausstattung gehört und vielen frisch verwaisten Eltern den Atem stocken lässt. Überlegen Sie sich, wie Sie wem gegenüber auf diese Frage antworten wollen. Sie müssen nicht jedem Handwerker Ihre Lebensgeschichte erzählen, manchmal ist es dem Selbstschutz dienlich mit “nein” zu antworten. Sie  sollten sich auch nicht aus Angst, anderen vor den Kopf zu stoßen, den ganzen Tag schlecht fühlen müssen, weil Sie mit “nein” geantwortet haben. Sie haben die harte Realität erlebt und können durchaus z.B. mit “Ja, aber mein Kind lebt nicht mehr” antworten.